Main-Echo

07.05.2001

 

Erster Mädchentag im Kreis: Hervorragende Resonanz

Teilnehmerinnen waren alle restlos begeistert

Erlenbach. Es war der erste Mädchentreff, den die kommunale Jugendarbeit in Kooperation mit dem Jugendhaus Erlenbach, dem kreativen Mädchentreff, den beiden Jugendtreffs Kleinheubach und Sulzbach sowie der Gleichstellungsstelle des Landratsamts am Samstagnachmittag organisiert hatte.

Bange Erwartungen, ob das Angebot denn auch angenommen wird, waren schnell ausgeräumt. Mehrere hundert Mädels im Alter von 8 bis 18 Jahren und auch ein paar versprengte Vertreter des männlichen Geschlechts fanden sich im Erlenbacher Jugendhaus ein und beteiligten sich an dem Geschehen.

Appetit auf den Mädchentag hatte ein von der 13-jährigen Eugenia Wilke gemaltes Plakat gemacht. Ihr Beitrag im Rahmen eines Wettbewerbs hatte der Jury am besten gefallen und wurde Teil der Werbung im Vorfeld. Nahezu bestürmt wurde Christiane Leuner vom kreativen Mädchentreff. Über hundert Mädchen wollten sich mit einer Henna-Spezialmischung ein Tattoo verpassen lassen. Als »Henna-Bodypainting« deklariert, halten die Gemälde drei bis vier Wochen auf der Haut wenn sie täglich mit Olivenöl fixiert werden.

Obwohl die Sonne sich am Samstag nach einer strahlenden Woche verabschiedet hatte und einige Regenspritzer bei kühlen Temperaturen vom Himmel fielen, war die Beteiligung beim Inliner-Crashkurs rege. Hier wie auch beim Dart- und Billardturnier bewiesen die Mädchen, dass sie in Geschicklichkeit und Ausdauer den Buben in nichts nachstehen. Letztlich konnten sie beim Karaoke-Wettbewerb Stimme zeigen und abends zu fetzigen Rhythmen der beiden Mädchenbands BalloonaK (vormals »Ballonkids«) aus Bad Soden-Salmünster und »The Certain Touch« aus Schwandorf tanzen.

Begeistert zeigten sich Erlenbachs Bürgermeister Michael Berninger und die stellvertretende Landrätin Ursula Mühre von dem Angebot. Mühre wies darauf hin, dass laut Kinder- und Jugendhilfegesetz mit dieser Aktion eine Pflichtaufgabe erfüllt werde, nämlich die Gleichstellung von Frau und Mann im Kindes- und Jugendalter voranzutreiben. Ziel sei in erster Linie, die Mädchen- und Jugendarbeit in Gang zu bringen und sie dann miteinander zu vernetzen, resümierte die Gleichstellungsbeauftragte Susanne Seidel.

Dass genügend Potenzial vorhanden sei, dokumentiere die Resonanz auf diesen ersten Mädchentag. Berninger wünschte sich in jedem Fall eine Fortsetzung und unterstrich die Vorbildfunktion des Erlenbacher Jugendhauses und die damit verknüpfte Jugendarbeit, die sich durchaus mit der größerer Städte messen könne. Sparkassen-Vorstandsmitglied Hans Schmittner freute sich, dass der vierstellige Betrag, den sein Kreditinstitut zur Verfügung gestellt hatte, gut angelegt war.

ruw

 

Geschicklichkeit war beim Inliner-Kurs vor dem Jugendhaus gefragt.

Foto: Ruth Weitz