Main-Echo

29.11.2001

 

»Main-Job-Net« bietet Hilfe für Schritt ins Berufsleben

Jugendliche kamen zu Wort - Jungbürgerversammlung

Erlenbach. Längere Öffnungszeiten im Jugendhaus, neue Spielgeräte, einen Bolzplatz, Kampfsporttraining... Die Wunschliste der Jugendlichen, die sich am Montag im KJG-Heim eingefunden hatten, war lang. Bürgermeister Michael Berninger machte allerdings deutlich, dass sich nicht jeder geäußerte Wunsch auch erfüllen kann. Für manchen wichtiger als Freizeitspaß: Seit wenigen Tagen bietet das Projekt »Main-Job-Net« am Jugendhaus Hilfe für den Schritt ins Berufsleben.

Rund 20 heranwachsende Erlenbacher waren der Einladung zur Jungbürgerversammlung gefolgt. Berninger wies zunächst darauf hin, was die Stadt für die junge Generation bereits getan und zu bieten hat. Der Skaterplatz sei wieder auf die Freifläche an der Barbarossa-Schule verlegt worden. Besitzer einer Jugendleiterkarte, der so genannten »Juleica«, erhalten künftig eine »Finanzspritze« in Höhe von 150 Mark. Eine Jugenddelegiertenversammlung ist im Entstehen, über die sich Jungbürger an politischen Entscheidungen in der Stadt beteiligen können. Und: Zur Zeit werde der Bau eines Grillplatzes in der Nähe des Schwimmbads geplant.

Esther Schwinn stellte das »Main-Job-Net« vor, das seit wenigen Tagen am Jugendhaus in Containern seine Arbeit aufgenommen hat. Vor allem ausländischen Jugendlichen biete sich hier Hilfe für den Schritt ins Berufsleben beispielsweise durch Sprachkurse aber auch bei Behördengängen oder Bewerbungsschreiben, so Schwinn. Ein weiteres Ziel sei, grundsätzlich auszuloten, wo die Interessen der Jugendlichen liegen. Finanziert werde das Projekt über den bayerischen Arbeitsmarktfond, organisiert über die Aschaffenburger Euro-Sprachenschule.

Was sie sich von der Stadt wünschen oder erwarten, äußerten die Jugendlichen anschließend. Mehr Etat für Bildungsbücher in der Stadtbibliothek, die über den Schulstandard hinausgehen, wünschten sich die einen, längere Öffnungszeiten im Jugendhaus die anderen. Bezüglich des Buchangebots sah Berninger Möglichkeiten über die Fernleihe. Bei den Öffnungszeiten, so machten auch Jugendhausleiter Rudi Reißmann deutlich, sind hingegen die Grenzen des Machbaren erreicht. Mit zwei Mann Personal sei nicht mehr drin. Neue Spielgeräte im Treff regte einer der Anwesenden an. Die gewünschte Dartscheibe allerdings soll aus Sicherheitsgründen beziehungsweise Platzmangel im Schrank bleiben. Auch Kampfsport im Jugendhaus scheitert an der Haftungsfrage. Um eine »neue gebrauchte« Tischtennisplatte allerdings will sich Bürgermeister Berninger bemühen.

Vermisst wird vor allem im Sommer ein Bolzplatz mit Fußballtoren für Turniere und Spiele im Freien. Trotz schlechter Erfahrungen - die Aluminiumtore auf dem Bolzplatz am Festgelände seien binnen acht Monaten zerlegt gewesen, hieß es - signalisierte Berninger von Seiten der
Stadt erneut Hilfsbereitschaft. Rudi Reißmann brach eine Lanze für die Jugendlichen: »Es wird viel gemacht, nicht nur kaputt.« Auch was den Bolzplatz betrifft, zeigte er sich durchaus optimistisch: »Mit ein wenig Zusammenarbeit ist da doch sicher etwas zu erreichen«

mb