Main-Echo

29.01.2003

 

Jugendliche wollen sich in die Politik einmischen

Ziel der Jungen Union: Jugenddelegiertenversammlung

Erlenbach. Die geplante Jugenddelegiertenversammlung (JDV) soll bald gewählt werden, denn die jungen Leute wollen ihre Stadt mitgestalten. Das sagte Daniel Müller, Ortsvorsitzender der Jungen Union (JU), während der jüngsten Mitgliederversammlung in der Pizzeria »Venezia«. Der Erlenbacher Stadtrat Christian Steidl und Jugendhausleiter Rudi Reißmann erläuterten den Stand der Planungen.

Bisher gibt es parallel zur Bürgerversammlung eine Jungbürgerversammlung in Erlenbach. In der jüngsten Stadtratsperiode hatte der Kulturausschuss den Grundsatzbeschluss gefasst, eine JDV einzurichten. Christian Steidl sagte, schon vor 15 Jahren habe es in manchen Städten »Jugendparlamente« gegeben. Oft seien sie jedoch wieder »eingeschlafen«. Daher sei es besser, wenn man Vertreter der Jugendgruppen im Ort sowie Teilnehmer an der freien Jugendarbeit zu Mitgliedern eines solchen Gremiums wählt. Dadurch habe man eine Art Delegiertensystem. Nicht zuletzt deshalb habe sich der Kulturausschuss für den Begriff »Jugenddelegiertenversammlung« entschieden.

Steidl trat dafür ein, der JDV einen klaren Finanz- und Kompetenzrahmen zu geben. Die Jugendlichen müssten wissen, wie ihre Vorschläge an den Stadtrat weitergeleitet werden können. Die Erfahrung müsse zeigen, in wie weit sich die JDV selbst organisieren kann, und wieviel organisatorische Unterstützung durch Jugendhausleiter Rudi Reißmann nötig sein wird.

Diese Erfahrungen wolle man bald sammeln, ergänzte Reißmann. In Kürze sollen die in der Jugendarbeit engagierten Vereine angeschrieben werden, um eine satzungsgebende Versammlung einzuberufen. In der Einbindung der Vereins Vertreter, die jede Jugendgruppe entsenden soll, sieht Reißmann eine große Chance. Die Mitglieder der JDV seien dadurch viel besser in der Lage, zum Beispiel die Organisation einer Musikveranstaltung zu beschließen, da hinter ihnen das entsprechende Personal steht. Ihm ist es wichtig, dass die Jugendlichen nicht nur Forderungen stellen, sondern auch selbst aktiv werden.

Ein weiteres Thema der JU-Versammlung war die Schulsozialarbeit. Reißmann bietet seit Dezember Sprechstunden an der Barbarossa-Hauptschule an. Der Gesprächsbedarf sei groß. Der Jugendhausleiter wünscht sich eine Ausweitung des Angebots. Das Bayerische Familienministerium gewähre einen Personalkostenzuschuss von 40 Prozent. 60 Prozent seien je zur Hälfte vom Landkreis und von der Kommune zu tragen. Der Staatszuschuss sei jedoch auf vier Jahre begrenzt.

Steidl lud zur Podiumsdiskussion zum Thema »Konsequenzen aus der PISA-Studie« ein. Sie findet am Donnerstag, 6. Februar, um 20 Uhr in der Erlenbacher Frankenhalle statt. Referenten: Kultusstaatssekretär Karl Freller (MdL), Dr. Christof Prechtl (Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft), Hildegund Rüger (Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnen-verband), Berthold Ruth (CSU-Kreisvorsitzender), Dietmar Andre (Oberstudiendirektor) und Daniel Müller JU-Ortsvorsitzender).