Main-Echo

01.03.2003

Erfolgsstory Jugendhaus

Sorge bereitet der desolate Zustand des Gebäudes

Erlenbach. Hier wird gespielt und Musik gemacht, gebolzt und diskutiert, gewerkelt und mancher Job vermittelt das Jugendhaus ist eine »florierende« Einrichtung. Ihr Leiter, Diplomsozialpädagoge Rudolf Reißmann, berichtete dem Stadtrat am Donnerstag bei seiner Sitzung vor Ort; ihm und seinem Team waren Dank und Anerkennung gewiss.

In Schlaglichtern erinnerte Reißmann an die Aktivitäten des vergangenen Jahres - teils in guter Zusammenarbeit mit Erlenbacher Vereinen, mit der Miltenberger Kreisjugendpflege und dem Aschaffenburger Jugendkulturzentrum. Da wird die Basketballanlage dank der durch Bewegungsmelder gesteuerten Scheinwerfer sogar nächtlich genutzt, die Volleyball- und Reckanlage entstand mit Hilfe der Gesellschaft zur beruflichen Förderung, die im Dezember aufgestellten Bolzplatztore standen auch bei Eis und Schnee »unter Beschuss«. Es gab eine Theaterveranstaltung, ein Zelt-Wochenende, zur Bundestagswahl eine Diskussionsrunde mit den Direktkandidaten. Konzerte werden monatlich von den jungen Leuten selbst organisiert, dabei bleibt sogar über den Getränkeverkauf finanziell etwas übrig: So sei es möglich gewesen, zwei neue Computer selbst zu kaufen, ohne den Haushalt der Stadt zu belasten.

Da es im Jugendhaus jetzt zwei »Hauptamtliche« gibt, werde es - nach dem guten Zuspruch 2002 - auch in den Sommerferien 2003 offen gehalten, kündigte Reißmann an. Durch die angegliederte Jobberatungsstelle »Main-Job-Net« seien während eines Jahres bereits 56 junge Leute vermittelt worden. Neben dem kreativen Mädchentreff gebe es nun auch eine Mädchengruppe für den Offenen Bereich, geleitet von Esther Schwinn von der Job-Beratungsstelle, die von Christiane Leuner unterstützt wird. In der Schulsozialarbeit ist Reißmann ebenfalls tätig und jeden Dienstag von 11 bis 12 Uhr in der Hauptschule erreichbar.

Die Jugendlichen legen zwar gerne selbst Hand an beim Renovieren, wie gerade geschehen, betonte Reißmann, doch gravierende bauliche Mängel könne er mit seiner Crew nicht beheben: Die Wände im Keller sind feucht, der Putz fällt ab, das Dach ist undicht, »eine Lösung muss aber bald gefunden werden«. Probleme erkannt - Abhilfe nicht leicht: Bürgermeister Michael Berninger erinnerte daran, dass die Stadt im Haus nur Pächter ist, »und über die Haushaltsansätze will ich lieber gar nicht reden«. Dass »sehr gute Arbeit geleistet« werde, bestätigte auch Anne Tulke (SPD), und sie deutete an, was Ziel der Haushaltsberatungen sein sollte: zumin­dest nicht an Personalabbau denken.