Main-Echo

22.07.2006

 

Grüne: Nur Streetworker erreichen die Jugendlichen

Positionen zur Kommunalen Familienpolitik erarbeitet

Kreis Miltenberg. Professionell geführte Jugendhäuser in den Kommunen und der Einsatz von Streetworkern auf Landkreisebene - das sind wesentliche Forderungen der Grünen zur Familienpolitik im Landkreis. Das Thema haben die Mitglieder bei einer Kreisversammlung am Mittwoch in Kleinwallstadt diskutiert.

In der Diskussion des Wahlprogramms für 2008 stellte Scherf fest, dass die Grünen von einem erweiterten Familienbegriff ausgingen: Familie sei dort, wo Kinder leben. Dabei gebe es kein besseres oder schlechteres Modell. Wichtig sei auch die Akzeptanz der aktiven Vaterrolle und die Berufstätigkeit der Frauen.

Sieben Thesen vorgestellt

In sieben Thesen stellte er die Vorstellungen der Grünen vor. Kinder brauchten Betreuungsangebote, nicht nur, damit die Mütter einer Erwerbstätigkeit nachgehen können, sondern auch, um den Kindern Möglichkeiten zum Aufbau von sozialen Beziehungen zu geben, die über die Familie hinausgehen.

»Wir brauchen auch die Ganztagsschule«, so Scherf. Dies läge zwar nicht in der Entscheidungsmöglichkeit der Kommunen, diese müssten aber entsprechen­den politischen Druck auf die Entscheidungsträger ausüben. Eltern brauchten mehr Unterstützung für die Erziehung. Daher solle das Jugendamt zu einem Familienbüro umgestaltet werden. Scherf forderte auch eine Ganztagsstelle für die Gleichstellungsbeauftragte. Weitere For­derungen waren die Förderung von offener und verbandlicher Jugendarbeit, die Stärkung des Kreisjugendrings und die Wiedereinführung der aufsuchenden Sozialarbeit. Stadträtin Petra Münzel stellte in diesem Zusammenhang das Erlenbacher Jugendhaus als vorbildlich und nachahmenswert vor. (eigene Hervorhebung)

Stadtrat Roland Arnold betonte die Bedeutung von Streetworkern: »Es gibt fast überall Stellen, an denen sich Alt-Alkoholiker mit jungen Leuten mischen. Um diese jungen Leute zu erreichen, brauchen wir die aufsuchende Jugendarbeit, die nur Streetworker leisten können.«

Sylvia Deckert stellte fest, dass es gerade im Bereich der Familienarbeit viele private Initiativen im Sinne des bürgerschaftlichen Engagements gebe. Dies müsse durch den Landkreis oder die Kommunen gefördert werden.

Die Grünen begrüßten das Verbot der geplanten NPD-Demonstration am Samstag, 22. Juli, und Miltenberg und riefen zur Teilnahme an der Demonstration gegen Rechts auf. Positiv aufgenommen wurde von der grünen Basis, dass sich im Landkreis ein Aktionsbündnis der Jugendorganisationen der demokratischen Parteien gegen rechts gebildet hat.

Abschließend wählte die Versammlung Wayne Lassiter und Dennis Lassiter als Delegierte zur Landesversammlung. Ersatzdelegierte sind Jochen Schneider und Stefanie Lang.

red