Main-Echo

24.11.2007

 

Mach dich frei von Gewalt

Präventionswoche: Workshop in der Barbarossaschule

Erlenbach. In der Projektwoche zum Thema »Prävention gegen rechtsextremistisch motivierte Gewalt« an der Barbarossa-Hauptschule Erlenbach haben drei achte Klassen an einem Workshop teilgenommen. Darunter waren auch 17 Schüler der Klasse 8a der Theresia-Gerhardinger-Realschule aus Amorbach. Der Workshop mit dem Titel »Mach dich frei!« erstreckte sich über zwei Tage.

Anstelle des normalen Stundenplans durchliefen die Schüler am ersten Tag den Parcours »Leben, Erleben und Verstehen«. Zwei Jugendpfleger aus den Gemeinden Altusried und Dietmannsried im Allgäu haben diesen gemeinsam mit dem Bayerischen Jugendring entwickelt. Ziel dieser Gruppenaktion ist es, Jugendliche für die Probleme Verletzung, Streit, Gewalt, Ausgrenzung und Rassismus zu sensibilisieren.

Christoph Betz und Peter Glas bieten Bausteine für ein Trainingsprogramm, das jungen Menschen vor Augen führt, wie Gewalt entsteht und sich auswirkt. In einer Pyramide trugen sie Beispiele zusammen für Alltagsgewalt, die oft verharmlost wird, etwa Lügen oder Auslachen. Die Pyramide spitzt sich zu bis zu Kapitalverbrechen. In der Station »Guter Mensch - schlechter Mensch« werden Eigenschaften verglichen - die Schüler gewannen die Erkenntnis, dass jeder Einzelne beide Seiten in sich trägt.

Ein Lebensbaum verdeutlichte die Chancen, die sich im Laufe eines Lebens bieten, eigene und fremde Lebensräume kennenzulernen, seinen Horizont zu erweitern, Vorurteile abzubauen. In der letzten Station konnten sich die Schüler anhand von Fotos und Zeichnungen in andere Menschen hineinversetzen, ihre Emotionen beschreiben und sich Situationen ausdenken, die diese Gefühle, etwa Angst oder Wut, auslösen können. Immer wieder wurde von den Jugendpflegern das Thema Ausgrenzung und Ausgegrenztsein angesprochen. Die Teilnehmer brachten ihre Erfahrungen mit Mobbing in der Schule, im Freundeskreis und in der Familie ein.

Am zweiten Tag erörterten die Moderatoren zunächst die Ergebnisse der theoretischen Überlegungen und die praktischen Beispiele des Vortags. Anschließend schärften die Schüler ihre Sinneswahrnehmungen in Gruppenspielen. Sie reflektierten darüber, warum ein Team nur gemeinsam ein gestecktes Ziel erreichen kann, und wie sie ihr eigenes Verhalten ändern müssen, um als Gruppe erfolgreich zu sein.

Immer wieder zeigten die beiden Workshopleiter Situationen, die zur Gewalt eskalieren können, wenn nicht rechtzeitig durch vernünftiges Handeln eingegriffen wird. Auch gleichgültiges Wegschauen oder egoistisches Denken an die eigenen Interessen verursachen Opfer und verhindern, dass Täter ihre Gewaltbereitschaft aufgeben.

ruw