Main-Echo

17.01.2012

Meet Your Idol 3

Energiegeladen: »Forlorn Voice« aus Heilbronn geben auf der »Meet your Idols«-Bühne im Erlenbacher Jugendzentrum den Anheizer. Fotos: Jennifer Kraus

Harte Gitarren, grölende Stimmen

Heavy Metal: Festival »Meet your Idols 3« lässt Erlenbacher Jugendzentrum in den Grundfesten erzittern - Line-up durcheinandergewirbelt

Beim dritten Metal-Festival »Meet your Idols« sind etwa 140 Fans der härteren musikalischen Gangart am Samstag im Erlenbacher Jugendzentrum voll auf ihre Kosten gekommen. Daran änderte auch nichts, dass das Line-up vor Konzertbeginn noch kräftig durcheinandergewirbelt wurde. Statt der ursprünglich geplanten sechs Bands konnten am Abend nur fünf ihr Können unter Beweis stellen. Zuerst sagte der ursprüngliche Headliner Dead and Tragedy ab, deren Sänger die Band verlassen hatte - als Ersatz sprang die Siegener Band Blood by Dayz ein. Dann kam ein paar Stunden vor Beginn eine E-Mail von They Shall Damage, die wegen Erkrankungen des Sängers und eines Gitarristen nicht teilnehmen konnten. Die Organisatoren des Festivals, Tim Hornbaege, Benjamin Ihlo und Dennis Eisermann, verschoben daraufhin den Beginn des Konzerts eine halbe Stunde nach hinten.

Nils Holgersson zum Soundcheck

Zum Soundcheck trällerte das Kinderlied von Nils Holgersson durch die Lautsprecherboxen - dann aber setzten die Heilbronner von Forlorn Voice abrupt und brachial mihrem Thrash Metal ein. Ob langsame Parts, gespickt mit leisem Gitarrensound und einer Art Sprechgesang, oder wieder schnelle hämmernde Klänge mit grölenden Tönen - die Band meisterte trotz der undankbaren Position des Anheizers ihren Auftritt souverän. Die recht abwechslungsreichen Stücke der fünf Metaller kamen gut an, dennoch hatte die Band sichtlich Mühe, das noch spärliche und eher passive Publikum zum Headbangen zu bringen. Mit kurzen Hosen und Kappen so gar nicht dem Klischeebild des Metallers entsprechend, brachten die Musiker von Moshroom, Headliner des Vorjahres, mit ihrem Metalcore die Menge schon deutlich besser auf Touren - nicht zuletzt durch die Animierung zu einer »Wall of Death« (siehe Hintergrund). Spätestens jetzt zeigte sich: Wer im Jugendzentrum »Weichspüler-Metal« mit harmonischem gut verständlichem Gesang erwartet hatte, war fehl am Platz. Hier ging es zur Sache, harte Riffs, starke grölende und kreischende Stimmen.

Hip-Hop-Anleihen

Derart angeheizt, ließen sich die Musikbegeisterten beim Melodic Thrash Metal vom Jarsmen Dar nicht zweimal zu Moshpits und Circlepits bitten und sprangen und tobten mit den Bühnenakteuren um die Wette. Für eine Zugabe kam Moshroom-Sänger Michael Eisert mit auf die Bühne. Zu später Stunde enterten die Headliner Blood by Dayz aus Siegen mit ihrem etwas anderen Metalcore die Bühne. Trotz des zuerst zu leisen Gesangs, der dann lauter gestellt wurde, musste sich mancher Gast vor den doch recht wilden Darbietungen der tanzenden Meute in der Mitte in Acht nehmen. Auch mit verkleinerter Besetzung - der zweite Sänger fehlte - konnten die Musiker die Zuhörer mit ihren Hip-Hop-artigen Gesangseinlagen verblüffen. Auch ihr Kleidungsstil erinnerte mehr an Hip-Hopper als an Metaller. Wer die Musiker und ihre Texte schon kannte, durfte vorne nach Kräften mit ins Mikrofon schreien. Blood by Dayz machten ihrem Auftritt als Headliner alle Ehre - die starke Bühnenshow sorgte für grandiose Stimmung. Kurz zuvor hatten Rising Anger noch eine Show in Frankfurt gespielt, dann traten sie als letzte Band in Erlenbach auf. Im vorigen Jahr hatte die Gruppe ihr Gastspiel im Jugendzentrum absagen müssen - um so größer war die Freude bei den Besuchern, dass die Wiesbadener diesmal ihren Metalcore zum Besten geben konnten. Gute Melodien, harte Riffs und lauter Gesang waren angesagt - wer gedacht hatte, zum Festivalfinale würde es im Jugendzentrum wieder ruhiger werden und die Leute langsam müde, irrte gewaltig.

Jennifer Kraus

Meet Your Idol 3

Dezibelstark und textsicher: Beim Headliner Blood and Dayz dürfen die Fans nach Kräften ins Mikrofon mitgrölen.

Hintergrund: Moshpit und Wall of Death

Der oder das Moshpit ist ein häufig auf Metal-, Hardcore- oder Punk-Konzerten vor der Bühne entstehender Kreis, in dem die Zuschauer tanzen. Im Gegensatz zum Circle Pit bezeichnet beim Moshpit der Kreis nicht nur die Kreislinie, sondern auch alles, was innerhalb des Kreises liegt; nach außen hin erscheint ein Moshpit wie eine große Menschentraube. Die Wall of Death (»Wand des Todes«) ist eine Unterart des Pogotanzes, bei dem eine Gasse in der Menge gebildet wird und die zwei sich gegenüber stehenden Fraktionen auf ein Signal des Sängers hin aufeinander zu stürmen. Quelle: Wikipedia (jkr)


 

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